Deutsche Tour

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher!
In dieser Saison möchten wir mit grossem Vergnügen eine neue einmalige Tour vorstellen.
Die Tour heisst «Auf den Spuren der deutschen Ansiedler“ in Transnistrien. Wir wollen erklären, warum diese Tour so einmalig ist. Zur Sowjetzeit war das Thema der deutschen Siedlungen (Kolonien) aus klaren Gründen nicht populär. Nach dem Zerfall der UdSSR, in der „Herrschaftszeit“ des transnistrischen Präsidenten Igor Smirnow (1991-2011) war unsere Region vom Standpunkt der Tourismusentwicklung aus im Winterschlaf“ gewesen – dieser Richtung schenkte man keine gebührende Aufmerksamkeit. Derzeit unternimmt die neue (im Dezember 2011 gewählte) Führung der PMR grosse Anstrengungen zur Entwicklung des Tourismus in Transnistrien. Wir leisten unseren bescheidenen Beitrag zu diesem Prozess.
Transnistria Tour bietet Ihnen eine neue Route auf Deutsch und Englisch, die es in der Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts nocht nicht gegeben hat: „Auf den Spuren der deutschen Ansiedler“ in Transnistrien.

Kurze Geschichtsauskunft:
Deutsche Siedlungen erschienen in der transnistrischen Region (damals war sie ein Teil der Ukraine innerhalb des Russischen Reiches) im Jahr 1808. Die deutschen Bürger wurden vom russischen Zaren Alexander 1. eingeladen. Damals gründeten die Deutschen aus Baden und Elsass 3 Siedlungen in Transnistrien: Glückstal, Neudorf und Bergdorf. Diese Dörfer zählten zu vielen Siedlungen im Gebiet des damaligen Neurusslands. Die deutschen Ansiedler bauten Getreide an, weil es war sehr lukrativ, das Brot durch Odessa-Hafen bis 1859 zu verkaufen. Danach wurden Zollgebühren eingeführt. Die deutsche Sprache war innerhalb der ganzen Aufenthaltszeit der Ansiedler (bis 1944) Kommunikationssprache in „Kolonien“ Glückstal, Neudorf und Bergdorf.
Zur Erhaltung der deutschen Sprache trug die Kirche sehr bei, um die sich das ganze Kulturleben abspielte.
1871 wurde der Kolonistenstand aufgehoben und die Siedler waren den übrigen russischen Bürgern gleichgestellt. Die Einführung der 6-jährigen Wehrpflicht ab 1871 führte zur Auswanderung von etwa 131 Tausend Menschen in die USA, nach Kanada, Argentinien und Brasilien. Ab der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in Deutschland wurden die Schwarzmeerdeutschen der Spionage und der Konterrevolution verdächtigt. Die meisten deutschen Familien waren von Verhaftungen und Verbannungen betroffen. 1936 wurden alle deutschen Schulen in der Ukraine geschlossen, ein Teil von der damals Transnistrien war, deutsche Lehrkräfte wurden verhaftet und Ukrainisch wurde als Unterrichtssprache eingeführt. Die Religionsverfolgungen unter Stalin hatten katastrophale Folgen für das kirchliche Leben der Schwarzmeerdeutschen.
Nach der Volkszählung der MASSR 1939 (heutiges Transnistrien) belief sich die Anzahl der ethnischen Deutschen auf 2% oder 12 Tausend Personen. Nach dem 2.Weltkrieg wurden die meisten Deutschen nach Kasachstan geschickt. Erst in 1980-er Jahren kehrten sie zurück. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wanderte die Mehrheit nach Deutschland und Nordamerika aus.

Das Andenken an das Leben der deutschen Ansiedler in Kolonien Glückstal, Neudorf und Bergdorf wird von transnitrischen Behörden erhalten. Im Rahmen unserer Tour versuchen wir das Leben (wahrscheinlich!) Ihrer Verwandten und Landsleute zu zeigen und darüber mehr zu erzählen.

Tourprogramm:
  1. Abfahrt aus Tiraspol. Besuch der 2 ehemaligen deutschen Siedlungen im Grigoriopoler Bezirk der PMR: Glückstal, Neudorf (transnistrische Namen: Glinoe und Karmanowo).
  2. Das Treffen mit der stellvertretenden Bürgermeisterin des Dorfes Glinoe (Glückstal). Bekanntschaft mit historischen Dokumenten, die von der Aufenthaltszeit der deutschen Ansiedler im Dorf zeugen.
  3. Besichtigung der Architektur des Dorfes und des Hauses, das vor 200 Jahren nach deutschen Technologien gebaut wurde. Besonders interessant ist das Dach dieses Hauses.
  4. Besuch am Ort, wo sich die Kirche der deutschen Ansiedler im Dorf Glinoe (Glückstal) befand. Derzeit ist es Kulturhaus.
  5. Besuch des Denkmals der deutschen Ansiedler auf dem Schulhof im Dorf Glinoe (Glückstal). Besuch des Schulmuseums, wo Sie sich einen Einblick in den Haushalt der deutschen Ansiedler mittels Ausstellungsstücke verschaffen können.
  6. Besuch bei Nachkommen der deutschen Ansiedler im Dorf Karmanowo (Neudorf). Gespräch im schwäbischen Dialekt mit der Dorfbewohnerin bei ihr zu Hause.
  7. Rückkehr nach Tiraspol.
Tour costs:
  • 65€* - Angebot für die Gruppe von 1 bis zu 4 Personen.
  • 55€* - Angebot für die Gruppe von 5 bis zu 18 Personen.
  • * - für 1 Person.
Tourdauer:
  • 5 Stunden.